Schon einen Wahlbrief für die Olympiawahl bekommen? Alle Kölner*innen ab 16 Jahren dürfen mit „ja“ oder „nein“ abstimmen, ob Köln sich für die Olympischen und Paralympischen Spiele im Jahr 2036, 2040, oder 2044 gemeinsam mit dem Rhein-Ruhr-Gebiet bewerben soll.
Die Wahlunterlagen kannst du
> entweder bis allerspätestens 17. April in den Briefkasten werfen
> am 19. April bis 16 Uhr im Wahlamt in der Dillenburger Straße 68-70 abgeben
> oder am 19. April zwischen 13 und 16 Uhr im Auszählzentrum im Hans Böckler Berufskolleg in der Eitorferstraße 20 abgeben.
Damit du eine informierte Entscheidung treffen kannst, haben wir hier ein paar Argumente für und dagegen zusammengetragen. Informiere dich gern in weiteren Zeitungsartikeln, Berichten und Interviews darüber, wie du abstimmen möchtest.
Soziales
| Pro | Contra |
| Für ohnehin notwendige Investitionen in Sport, Stadtentwicklung, ÖPNV1 und Inklusion sowie den Abbau von Barrieren sind Olympische und Paralympische Spiele ein Anreiz, diese zielstrebiger umzusetzen und zu sichern. Dies schafft einen langfristigen Nutzen für die Bevölkerung. | Der BUND Köln kritisiert, dass fehlende Kita-Plätze, marode Schulen, die Schließung von Schwimmbädern und die fehlende Sanierung von Brücken bestehen, während gleichzeitig Olympia das Haushaltsdefizit weiter erhöhen würde. |
| Als einzige Bewerberregion führt Nordrhein-Westfalen am 19.04.2026 in allen am Konzept beteiligten Kommunen Ratsbürgerentscheide durch. Rund 4 Millionen Menschen können dann über die Bewerbung für Olympische und Paralympische Spiele abstimmen, kein anderer Bewerber bezieht mehr Menschen ein. | Bis heute gibt es keine öffentlichen Angaben zu den eigentlichen Durchführungskosten für Köln, das Rechnungsprüfungsamt der Stadt Köln verlangt deshalb eine zeitnahe Wirtschaftlichkeitsbetrachtung Aber Studien zeigen, dass Kosten in der Vergangenheit immer über dem geplanten Budget lagen. (“The Oxford Olympics Study 2016: Cost and Cost Overrunat the Games”) |
| Das Olympische und Paralympische Dorf soll nach den Spielen Lebensraum für rund 10.000 Menschen bieten. Investitionen in ÖPNV, Barrierefreiheit und Digitalisierung sollen langfristig der Bevölkerung zugutekommen. | Verschiedene Studien zeigen, dass Olympia-Vorbereitungen Mietpreise & Immobilienwerte stark erhöhen können, oft werden Bewohner*innen mit weniger Einkommen verdrängt, mehr Wohnungen z.B. über Airbnb vermietet. |
| Laut einem Bericht der Organisation „Global Athlete“ wurden 2020 nur 0,5 % der IOC2-Einnahmen für Stipendien, Zuschüsse oder Preisgelder verwendet, von den Milliarden, die die Spiele dem IOC einbringen, bleiben Athlet*innen kaum was. |
Umwelt:
| Pro | Contra |
| Das Olympische Dorf und das temporäre Leichtathletikstadion, das im Kölner Norden entstehen soll, sollen nach dem Ende der Spiele die Basis für einen neuen Stadtteil bilden. Das Stadion soll zu einem grünen Park umfunktioniert werden, in den Tribünen sollen Büros, Geschäfte und Kitas aufmachen. Auch die Apartments des olympischen Dorfs mit ca. 16.000 Betten sollen nach den Spielen von den Bürger*innen genutzt werden, hier soll sozialer Wohnraum geschaffen werden. | Im Kölner Norden in Kreuzfeld sollen über 88 Hektar wertvoller landwirtschaftlicher Flächen, durchsetzt mit Hecken und Säumen, bebaut werden. Die Bodenzerstörung durch Siedlungsneubau gilt als eines der größten Umweltprobleme. (Die Planungen für einen neuen Stadtteil mit ca. 8.000 Einwohner*innen laufen schon länger). |
| Obwohl der Rat der Stadt Köln am 9. Juli 2019 den Klimanotstand ausgerufen hat, soll in Kreuzfeld ein wichtiges Kaltluftentstehungsgebiet beseitigt werden, für den Bau des Olympiastadions und des Olympischen Dorfes, ebenso Lebensraum für Tier- und Pflanzenarten. | |
| Olympiastadion und Olympisches Dorf müssen in Köln neu errichtet werden, entgegen der Behauptung der Befürworter*innen, dass 90 % der Sportstätten bereits vorhanden seien. |
Wirtschaft & Infrastruktur
| Pro | Contra |
| Mehr Tourismus (Gastro & Kultur können temporär mehr Umsatz machen) & Einnahmen, die in Köln bleiben. | Das vorhandene Haushaltsminus würde sich noch weiter erhöhen. Wir hatten Ende letzen Jahres eine Haushaltssperrre & in den nächsten Jahren wird die Verschuldung weiter steigen, Haushaltssicherung droht immer wieder. |
| 4,8 Milliarden € sollen die Spiele kosten und 5,2 Milliarden € einbringen. Ein Blick in die vergangenen Olympischen Sommerspiele zeigt, dass die tatsächlichen Kosten der Spiele die geplanten Kosten sehr stark übersteigen. | |
| Mobilitätswende wird beschleunigt (ÖPNV ). | KVB stößt bereits jetzt an ihre Grenzen und mussten ihr Verkehrsangebot reduzieren. Durch die Spiele käme es zu Überlastungen und Beeinträchtigungen im Alltagsverkehr. |
| Infrastruktur und Sportstätten werden verbessert und modernisiert. | Man könnte das Geld ohne Spiele gezielt in leistungsfähige KVB, verbesserte Infrastrukturen und Schulsportanlagen stecken. |
Quellen:
https://www.ecologie.gouv.fr/sites/default/files/publications/thema_essentiel_39_jo_games_2025.pdf
https://www1.wdr.de/nachrichten/olympia-koeln-rhein-ruhr-bewerbung-pro-contra-100.html