Erinnern

Nie wieder ist jetzt!

Das KunstDenkmal von Gunter Demnig: in Erinnerung an die Reichsprogromnacht am 9. November ruft der Kölner Jugendring zum Putzen der Stolpersteine auf.

Die Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 ist wohl einer der dunkelsten Momente der deutschen Geschichte: Mehr als 1.000 Synagogen und tausende jüdische Geschäfte wurden überfallen und zerstört. 400 Juden und Jüdinnen wurden allein in dieser Nacht ermordet. Jährlich gibt es am 9. November Gedenkveranstaltungen – in Erinnerung an die Novemberpogrome (Progrom: russisch = Verwüstung) und im Gedenken der Opfer des Nationalsozialismus, die in den Folgejahren bis 1945 deportiert, gefoltert und getötet wurden. Der 9. November ist somit, neben dem Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz am 27. Januar, einer der bedeutendsten Gedenktage unseres Landes.

Novemberprogrome als entscheidender Scheitelpunkt
Warum gerade dieses Datum so wichtig ist? Unter Historiker*innen gelten die Novemberpogrome als entscheidender Scheitelpunkt in der Verfolgung der jüdischen Gemeinde unter der NS-Diktatur. Sie markieren den Übergang von Diskriminierung und sozialer Ausgrenzung hin zur offenen, gewaltvollen Verfolgung, die schließlich im industriell betriebenen Völkermord an sechs Millionen Juden*Jüdinnen und weiteren Bevölkerungsgruppen mündete.

Text: Marit Blossey, Mitvergnügen Berlin

Antisemitismus ist auch heute eine Gefahr für Menschen.

Antisemitismus ist leider kein Kapitel der Vergangenheit – er ist auch heute Realität. Jüdinnen und Juden werden beleidigt, bedroht und angegriffen. Hass verbreitet sich online und auf der Straße – wie die Berichte der Amadeu Antonio Stiftung oder der Report Antisemitismus zeigen.

Wir alle sind gefragt, aktiv zu werden: gegen Antisemitismus, gegen Hass, für eine offene und solidarische Gesellschaft.

Das Putzen ist ein Anfang, es macht Erinnerung sichtbar. Aber es reicht nicht. Deswegen haben haben wir hier einige Infos, Materialien und Anregungen für Aktionen zusammengestellt. 

Du möchtest eine Aktion umsetzen, aber weißt nicht genau, wie? Wir unterstützen dich gerne dabei! Schreib uns per Mail an demokratie@koelner-jugendring.de

Datenbank des NS-DOK Stolpersteine in Köln

Die Datenbank enthält alle in Köln verlegten Stolpersteine und gibt Hintergrundinfos zu den Personen. 

App WDR Stolpersteine NRW

Interaktive Karte im Web oder als App verfügbar. Auch für Spaziergänge nutzbar.

Publikationen der Antonio Amadeus Stiftung

Die Amadeu Antonio Stiftung setzt sich seit 1998 für eine demokratische Zivilgesellschaft ein, die sich konsequent gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus stellt. 

Interview mit Antisemitismus-Beauftragtem der Jüdischen Gemeinde zu Berlin

Im Interview des Arolsen Archives mit Sigmount Königsberg sagt er, was sich von Antisemitismus Betroffenene wünschen, welche Form der Solidarität er von nichtjüdischen Menschen erwartet und was der erste Schritt einer Abkehr von antisemitischen Überzeugungen sein muss.

Kurz & Knapp – Bpb

Was ist eigentlich die Reichsprogromnacht? Die Bundeszentrale für politische Bildung erklärt im Jungen Politiklexikon kurz und knapp was wann passiert ist.

Logo Erklärvideo

Logo zeigt in einem kurzen Video, wie es zu der Reichsprogromnacht kam und erklärt die zeitliche Abfolge der Geschehnisse.

Erklärvideo der Bundeszentrale für Politische Bildung

Was bedeutet Antisemitismus ? In einem kurzen Erklärvideo nimmt die Bundeszentrale für politische Bildung Stellung zu dem Begriff, seiner Entstehung und seiner Bedeutung.

Antisemitismus Meldestelle des NS-DOK

Wer in Köln einen antisemitistischen Vorfall erlebt, kann diesen bei der Meldestelle melden. 

Kölnische Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit e.V.

Der Verein bietet Beratung und Veranstaltungen für eine demokratische Gesellschaft der gleichberechtigten Vielen, in der alle Menschen frei von Diskriminierung und Angst miteinander leben können.

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